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Standort St. Martin wird aufgegeben

Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat stimmten auf der Pfarrversammlung vom 26. November ab, dass der Standort St. Martin nicht erhalten bleiben soll.

 

 

St. Martin wird bei den weiteren Planungen nicht mehr berücksichtigt.

 

Diese Entscheidung fällten im Anschluss an eine Pfarrversammlung die Gremien Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat in einer geheimen Abstimmung. Über 40 Frauen und Männer aus der Pfarrei hatten mit Spannung die Entscheidung erwartet.

 

Vier Arbeitsgruppen trugen die Ergebnisse ihrer Arbeit den Pfarreimitgliedern vor

 

Vorausgegangen war ein Zusammentragen vieler Daten in den Arbeitsgruppen Finanzen, Demographie, Gemeindeleben und Vision. Knapp ein Jahr lang hatten die Arbeitsgruppen gebraucht, um mit ihre Arbeiten abschließen zu können. Hierbei ging es um den Zeitraum von 2016 bis 2030.

 

Arbeitsgruppe Demographie

 

Martin Klamm und Silke Theobald von der Arbeitsgruppe Demographie berichtete, dass Ende 2015 die Pfarrei St. Maria Immaculata mit Valbert, Meinerzhagen und Kierspe 6878 Katholiken zählte und 471 von ihnen einen Gottesdienst besuchten. Für 2030 rechnete er mit einer Gesamtkatholikenzahl von 5846 und 329 sonntäglichen Gottesdienstbesuchern. Die Anzahl der Priester wird sich von drei auf einen reduzieren. Auf die Frage: "Wie viele Kirchen werden gebraucht?" antwortete die Arbeitsgruppe, dass in Valbert, Meinerzhagen und Kierspe Kirchen gebraucht werden. Des Weiteren sah die Arbeitsgruppe einen sehr stabilen Stamm Ehrenamtlicher in den Gemeinden. "Mehr als in anderen Bereichen nimmt die Zahl der Menschen, die sozial arbeiten, zu", so Martin Klamm

 

Arbeitsgruppe Gemeindeleben

 

Für die Arbeitsgruppe Gemeindeleben berichtete Ulrich Jatzkowski. Er gab eine Übersicht der über 70 aktiven Gruppen und ihr Durchschnittsalter. So engagieren sich in der Kategorie Liturgie viele Messdiener, so dass hier das Durchschnittsalter bei 41,2 Jahren liegt. In der Kategorie Gemeinschaft, zu der die Frauengemeinschaften gehören, ist das Durchschnittsalter 68,75 Jahre. In der Kategorie Gruppen mit Caritas, Sternsinger oder dem Keniaprojekt in Valbert liegt das Durchschnittsalter bei 40 Jahren. Doch neben den kirchlichen Gruppen treffen sich in den Gemeindesälen auch externe Gruppen, wie u.a. der Fanfarenzug und die Ü 60 in Meinerzhagen. Als Fazit schloss er, dass für alle Gruppen Räumlichkeiten für 30 Personen und pfarreiweit ein großer Saal vorhanden sein sollte.

 

Die Arbeitsgruppe Vision

 

Die Arbeitsgruppe Vision wünscht sich in jeder Gemeinde einen zentralen Ort. Des Weiteren regte ihr Sprecher Christoph Kistner an, die Ämterstrukturen zu verändern. „Die Gemeinde braucht Zeit für sich, zum Beispiel bei Gemeindefesten“, machte er klar. 

 

Arbeitsgruppe Finanzen

 

„Sie werden sich als Gemeinde anders und neu definieren müssen", gab Moderator Diplom-Theologe Heinz Deyen vorab zu bedenken. "Ich bin sicher, dass wir so wie bis jetzt, die Zukunft nicht erreichen werden.“

Für die Arbeitsgruppe Finanzen erläuterte Georg Seidel die Zahlen. „Von besonderer Bedeutung war eine Ortsbesichtigung aller Kirchengebäude der Gesamtgemeinde mit dem Architekten Klaudius Krusch, Pfarrer Thorsten Rehberg und mir“, begann Seidel. „Es sollte ein Gutachten über Zustand und notwendige Reparaturen erstellt werden.“ Nach diesem Gutachten betragen die Aufwendungen aller Gebäude der Pfarrei ohne Kierspe und Valbert 3,5 Millionen Euro. Da zum Ende der Pfarrversammlung jedoch nur über die Standorte St. Marien und St. Martin entschieden werden sollte, beschränkte sich Georg Seidel bei seinen Erläuterungen auf diese Projekte. So ergab dieses Gutachten, dass für St. Marien einschließlich Pfarrhaus und Jugendheim 1,5 Millonen Euro angesetzt werden. Für St. Martin betragen die Kosten für Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus rund 800000 Euro.  „Wir sind hingegangen und haben dann St. Martin herausgerechnet“, erläuterte Seidel weiter. „Es ergab sich nun ein Defizit von rund 2,4 Millionen Euro.“ Bei einer Herausrechnung von St. Marien würde sich das Minus auf 1,4 Millionen Euro verringern. In einer weiteren Berechnung gingen die Arbeitsgruppenmitglieder davon aus, beide Kirchen herauszurechnen und neu zu bauen. Nun senkte sich das Defizit auf 986.242 Euro. Hier sind jedoch nicht die Kosten für einen Neubau enthalten, der grob geschätzt pro 100 Plätze bei einer Millionen Euro liegen würde. „Bei dem Wagnis eines neuen Gebäudes darf man nicht unerwähnt lassen, dass es in jeder Beziehung energieeffizient zu errichten ist“, so Seidel. Eine Umfrage von Seidel bei zufällig ausgewählten Gottesdienstbesuchern ergab, dass sich die meisten Befragten für den jetzigen Standort St. Marien entschieden. „Weil, so der Tenor, die katholische Kirche in Meinerzhagen ihr „Gesicht“ und damit in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden sollte“, schloss Seidel seinen Bericht.

 

Diskussion

 

Rege wurde sodann über die derzeitige Situation in Meinerzhagen diskutiert. "Die jährlichen Fehlbeträge werden wir nicht wegwirtschaften können, wenn wir nur auf die Gebäude achten", gab Kirchenvorstandsmitglied Volkmar Rüsche zu bedenken. "Die gesamte Pfarrei muss sich von A bis Y in ihrem Ausgabeverhalten ändern. Derzeit besteht keine Haushaltsdisziplin. Jeder macht was er will." Pfarrer Thorsten Rehberg vertrat die Ansicht, dass er glaubt, dass die Pfarrei weder mit St. Marien nocht mit St. Martin eine Zukunft hat. "Jede dieser Kirchen ist zu teuer." Für Holger Kappes traten die finanziellen Dinge in den Hintergrund. "Das Gesicht ist für mich in der Stadtmitte. Auch wenn man sich vor Augen hält, dass dort vor 150 Jahren die erste katholische Kirche stand." Ulrich Jatzkowski gab zu bedenken, dass die Kirche zu den Menschen gehen muss. "St. Martin liegt in einem Wohngebiet." Pfarrer Thorsten Rehberg informierte, dass der Kindergarten St. Martin bestehen bleibt. Der Pfarrer sollte jedoch da wohnen, wo die Kirche steht. "Wir sind auch auf die evangelische Gemeinde zugegangen. Sie lehnt zur Zeit eine Kooperation ab. Die dürfte somit für die nächsten 10 bis 15 Jahre nicht möglich sein."

 

Abstimmung

 

Alsdann zogen sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat zur geheimen Abstimmung zurück. Mit einer Enthaltung stimmte der Pfarrgemeinderat dafür, St. Martin bei den weiteren Planungen nicht mehr zu berücksichtigen. Im Kirchenvorstand gab es eine Enthaltung und eine Gegenstimme zu diesem Antrag. 

 

Kontakt

Pfarrei St. Maria Immaculata
Kampstraße 1
58540 Meinerzhagen

Tel.: 02354 2266
Fax: 02354 13195

st.maria-immaculata.meinerzhagen@bistum-essen.de

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