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2021 Reinigung der Orgel

20 Jahre ist unsere Orgel jetzt alt, Zeit, dass sie gereinigt wird

20 Jahre ist die Orgel in der katholischen Kirche St. Josef alt, Zeit, dass sie gereinigt wird. „Das ist ganz normal im Leben einer Orgel“, erklärte Tobias Spenke, Kirchenmusiker des Bistums Essen, der in Kierspe wohnt. „So wie ein Auto regelmäßig Inspektionen braucht, braucht eine Orgel regelmäßig eine Reinigung.“ Dass der Termin bald fällig wurde war für Tobias Spenke hörbar. „Im Laufe der Jahre setzen sich Russ und Weihrauch in den Kernspalt der Pfeifen ab, dadurch klingen sie immer stumpfer.“ Der Kernspalt ist die vordere Öffnung in der Pfeife, ähnlich wie bei der Blockflöte. „Wenn sich dort der Luftdruck durch Verschmutzen verändert, verändern sich auch die Töne.“

Dass etwas mit der Orgel nicht stimmte, merkte Tobias Spenke bereits 2018

Dass mit der Orgel etwas nicht stimmte, merkte Tobias Spenke bereits 2018. „Ich wollte ein paar Pfeifen st

immen, dabei hatte ich neben der Verschmutzung auch Schimmelbefall in der Orgel entdeckt“, so Spenke. Er wandte sich an die Verantwortlichen der Pfarrei und an den Referenten für Kirchenmusik im Bistum Essen, Stefan Glaser. Auf die dann erfolgte Ausschreibung meldeten sich drei Firmen, von denen die Firma Orgelbau Romanus Seifert aus Kevelaer den Zuschlag bekam. „Einen Namen hatte sich die Firma mit dem Bau der Orgel im Dom von Speyer gemacht und der Marienbasilika in Kevelaer“, so Spenke. 15 Arbeitstage waren im Angebot veranschlagt. Neben dem Gesellen Maximilian Paroth und dem Auszubildende Martin Engbroichs kommen hier und da noch weitere Kollegen, die seit dem 11. Januar vor Ort sind und an vier Tagen die Woche von morgens früh bis abends spät in der Kirche arbeiten.

Zuerst wurden alle 1258 Pfeifen ausgebaut

„Als Erstes haben wir alle 1258 Pfeifen aus der Orgel ausgebaut“, so Maximilian Paroth von der Firma Orgelbau Romanus Seifert. „Nach Registern und Tönen haben wir sie geordnet und jetzt liegen oder stehen sie im Kirchenraum. Diese Pfeifen müssen jetzt von uns gereinigt und gestimmt werden.“ Doch es bleibt nicht bei diesen Arbeiten. Es hat sich heraus gestellt, dass eines der 15 Register aus der Vorgängerorgel von 1945 sich in seiner Bauart nicht bewährt hat. Die Pfeifen dieses Registers halten die Stimmung nicht. Diese Pfeifen bestehen aus zwei Teilen, die sich mit der Zeit verschieben. Dadurch werden die einzelnen Pfeifen immer kürzer und die Töne immer höher. Dass in einer Orgel verschiedene Arten von Pfeifen verbaut sind, sieht man ihr von außen selten an. Dabei gibt es in der Orgel von St. Josef neben den 1056 Lippenpfeifen, 142 Zungenpfeifen und 60 Holzpfeifen. Die Lippenpfeifen sehen einer Blockflöte sehr ähnlich. Bei den Zungenpfeifen bringt der Wind zunächst ein federndes Metallplättchen, auch Zunge genannt, in Schwingung und so die Pfeife so zum Klingen. Die Holzpfeifen sind hier rechteckig.

Neben dem Reinigen und Stimmen der Pfeifen wurden auch Verschleißteile ausgetauscht

Neben dem Reinigen und Stimmen der Pfeifen haben die Orgelbauer aber auch Verschleißteile, zum Beispiel aus Leder, auszutauschen. Mit dem Ende der Arbeiten rechnen sie zu Lichtmess, das ist am 2. Februar.

„Wir nutzen die Orgel sehr viel, auch für virtuose Projekte“, so Tobias Spenke. „Sie ist die beste Orgel in unserer Pfarrei. Als Gemeinde wollen wir auch weiter wie bisher unterwegs sein.“


Die Orgel

Die neue Orgel ab 2001

Die Gesamtanlage der Orgel orientierte sich an den Registern der alten Orgel, allerdings wurde ein weniger scharfes, grundtönigeres Klangbild angestrebt. Neu sind die Register Hohlflöte 8‘ und Basson-Hautbois 8‘ im Schwellwerk. 

Die Rohrflöte 4‘ erhielt neue Deckel, die Quinte 2 2/3 wurde aus dem ehemaligen Prinzipal 2‘ mit Ergänzungen gewonnen, die unda maris aus dem alten Salizional, die Trichterflöte 4‘ ist zum Teil aus der alten Gedacktflöte mit neuen Trichtern entstanden, der Subbass 16‘ zum größten Teil neu gebaut worden. Dar Bordun 8‘ im Pedal wurde teilweise aus dem ehemaligen Subbass 16‘ gewonnen.

Das Hauptwerk der neuen Orgel besteht aus dem Prinzipalchor und einer Trompete und bildet damit die klassische Grundlage des Orgelklangs. Hinzu kommen noch Hohlflöte und Rohrflöte für begleitende Funktionen. Das Schwellwerk ist sehr farbig und enthält neben den Aliquoten einen Flötenchor, eine Schwebung und das sowohl als Solostimme als auch zum Plenoklang benötigte Register Basson-Hautbois. Das Schwellwerk der neuen Orgel zeichnet sich durch eine große Vielfältigkeit an Klangmöglichkeiten aus. Stefan Glaser, Bischöflicher Beauftragter für die Kirchenmusik im Bistum Essen, Orgelsachverständiger.

 

 

 

I. Manual

1.Prinzipal8'

2.Hohlflöte8'

3.Oktave4'

4.Rohrflöte4'

5.Quinte22/3' Oktave2'

6.Mixtur 5f.2'

7.Trompete8'

Schwellwerk

II. Manual

8.Sing. Gedackt8'

9.Salizional8'

10.Unda maris ab c8'

11.Trichterflöte4'

12.Nazard22/3'

13.Nachthorn2'

14.Terz13/5'

15.Larigot11/3'

16.Basson-Hautbois8' Tremulant

 

Pedal

17.Subbass16'

18.Bordun8'

19.Oktavbass8'

20.Choralbass4'

21.Posaune16'

Disposition: Stefan Glaser, Orgelsachverständiger der Diözese Essen, Wolfgang Eisenbarthhttp://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Eisenbarth

Technische Ausarbeitung: Peter Kundela, Ervin Csibi Montage: Wolfgang Kasper, Bernhard Weishäupl, Horst Glashauser, Florian Falk, Intonation: Wolfgang Eisenbarth, Georg Schmidhuber, Martin Kronawitter

Registerzahl: 21 Pfeifenanzahl: 1.258 (davon: labiale Pfeifen: 1.056 aus Metall und 60 aus Holz; Zungenpfeifen: 142) Länge der größten Pfeife: 2,24 Meter - Länge der kleinsten Pfeife: 0,009 Meter 2 Manualklaviaturen: Grenadill/Mahagoni/Bein – Pedalklaviatur: Eiche Spiel- und Registertraktur: mechanisch Windladen: Schleifladen – Windanlage: Vorblag + Windladenbälge Winddrücke: Hauptwerk 68 mm, Schwellwerk 75 mm, Pedal 80 mm Stimmung: gleichstufig, a‘ 440 Hz bei 18 º Celisius – Gesamtgewicht: 5250 Kilogramm. Orgelweihe 16. Dezember 2001

Die alte Orgel

 

1948 wurde durch die Firma Fabritius in Düsseldorf eine Orgel für die damalige Notkirche gebaut. Diese Orgel bekam im Jahr 1961 einen neuen, von der Firma Herbert Kruse, Lohne/Oldenburg angefertigten Spieltisch und wurde in die neue Kirche St. Josef in Kierspe überführt. Die Traktur der alten Orgel war elektro-pneumatisch.

Bei den Windladen der Orgel handelte es sich um Registerkanzellenladen (Kegelladen). Die Vorgängerorgel der jetzigen Orgel hatte vor der Renovierung und Erweiterung 16 klingende Register.

Gesamtanlage der Orgel: (1? = 1 Fuß = etwa 30 cm)

 

I. Manual
1.Prinzipal8?
2.Hohlflöte8?
3.Oktave4?
4.Gedackflöte4?
5.Nachthorn2?
6.Mixtur 4-6fach2?
 Manualkoppel
II. Manual
7.Sing. Gedackt8?
8.Salizional8?
10.Prinzipal2?
11.Nazard11/3?
12.Scharff 3fach
13.Dulzian16?
Pedal
14.Subbass16?
15.Prinzipal8?
16.Choralbass4?
 Pedalkoppel I
 Pedalkoppel II

 

1974 kam der Orgelsachberater H. G. Boßhammer bei einer Überprüfung zu dem Ergebnis, dass sich die Orgel in einem sehr schlechten Zustand befand. Der Spieltisch stand so weit vom Orgelwerk entfernt, dass der Organist keine Kontrolle über sein Spiel hatte. Die Reparatur und Renovierung der Orgel übernahm die Firma Kleuker, Brackwede. Der Kirchenvorstand hatte sich für die sogenannte „kleine Lösung“ entschieden, da die „große Lösung“ für die Kirchengemeinde finanziell unerreichbar war.Im Zuge dieser Renovierungsarbeiten, die 1976 abgeschlossen waren, wurde die Orgel auch um ein Register (Fagott im Pedal) erweitert.

Die Freude an der Orgel hielt nicht allzu lange an. Bereits wenige Jahre später machten sich Fehler bemerkbar, die auch den Gottesdienstbesuchern nicht verborgen geblieben sind. Heuler und Misstöne nahmen zu. Hinzu kam, dass die Orgel einen ungünstigen Standort hatte. Insgesamt wurde ein Orgelneubau dringend angeraten.

Im Juli 1996 bezifferte die mit der Wartung beauftragte Firma Kampherm & Steinecke, dass die Orgel eine Generalinstandsetzung dringend nötig hätte. Die Kosten wurden mit 70.000 DM bis 100.000 Deutsche Mark veranschlagt. Als sinnvolle Alternative schlug das Unternehmen einen Neubau unter Verwendung der alten Pfeifen mit einer Aufstellung im linken Seitenschiff vor. Die Gemeinde gründete am 20. April 1998 ein Förderwerk. Gründungsmitglieder waren Werner Dubbel, Karin Irrgang, Leo und Ulrich Jatzkowski, Pfarrer Ulrich Schmalenbach und Günter Schneiders. Im Herbst 2000 fiel der Kirchenvorstand die Entscheidung, eine Orgel unter der Verwendung der alten Pfeifen neu bauen zu lassen.

Im Juni 2001 wurde die alte Orgel demontiert und die Pfeifen nach Passau gebracht. Am 27. November 2001 erfolgte die Anlieferung der neuen Orgel, am 16. Dezember 2001 wurde sie von Weihbischof Franz Vorrath eingeweiht.

 

Kontakt

Gemeinde St. Josef Kierspe
Glockenweg 4
58566 Kierspe

Tel.: 0 23 59-27 33
Fax: 0 23 59-90 31 12

kierspe@immaculata.de

Öffnungszeiten Gemeindebüro:

Mittwoch    9.30 bis 10.30 Uhr

Freitag       15.00 bis 17.00 Uhr