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Das Ende der Aktionswoche ist nicht das Ende der Aktionen von Maria 2.0

Am Ende der Aktionswoche hatten die Frauen unterschiedliche Erfahrungen gemacht

Es war der letzte Tag der Aktionswoche Maria 2.0. Auch die katholischen Frauen aus Kierspe waren aktiv und machten dabei unterschiedliche Erfahrungen.

„Wir wollen keinen Krawall“, machte Ursula Buchwald-Hermann deutlich. „Wir sind nach wie vor in unserer Kirche. Wir lieben sie und wollen mitarbeiten. Wir wollen uns nicht distanzieren“, brachte auch Claudia Koll die Einstellung der Frauen zum Ausdruck. 

 

So streng, wie in anderen Gemeinden, haben es die Kiersper Frauen mit der Aktionswoche nicht genommen.

So streng, wie in anderen Gemeinden, haben es die Kiersper Frauen mit der Aktionswoche nicht genommen. Sie gingen in die Messen und haben nicht nur vor der Kirchentür gestanden. „Wir wollten nichts kaputt machen“, erklärte das Elisabeth Sikora. „Weder in der Maiandacht, noch in der Messe zur Erstkommunion noch an dem Tag, an dem Pastor Gregor Myrda Geburtstag hatte.“ So waren die Kiersper Frauen an vielen Tagen auch in der Messe anzutreffen, doch am Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag standen sie zusätzlich vor der Kirchentür, bestückt mit ihrem Aktionsbanner. Zudem hatten sie Zitate von Bischof Franz-Josef Overbeck aus seinem Hirtenbrief Anfang des Jahres ausgedruckt und deutlich sichtbar an ihren Tisch geheftet.

 

Nicht alle Gemeindemitglieder hatten Verständnis für das Anliegen der Frauen

Nicht immer hatten die Gemeindemitglieder Verständnis für das Anliegen der Frauen. Es kam ihnen auch kalter Wind entgegen. Dabei gab es keine bestimmte Gruppe innerhalb der Gemeinde, die vermehrt gegen die Aktion war. Quer durch alle Gruppen der Gläubigen ging die Unterstützung der Frauen, auch Männer fragten an und wollen mitmachen. Am Ende der Aktionswoche luden die Frauen die Kirchenbesucher ein, mit einer Blume ihre Aktion zu unterstützen. Aus ihren Gärten hatten die Frauen viele unterschiedliche Blumen mitgebracht. Diese sollten die Befürworter in eine vorbereitete Vase stellen, die nach der Messe vor dem Marienaltar als Schmuck dienen sollte. Üppig und bunt wurde das Gesteck der Sympathisanten und es machte deutlich, dass auch in Kierspe das Bedürfnis nach Veränderung besteht. 

Weiter geht es mit der Kiersper Gruppe Maria 2.0 am kommenden Mittwoch. Dann treffen sich um 17 Uhr im Gemeindehaus am Glockenweg, um zu überlegen, wie es weiter gehen und welche Aktionen folgen sollen.

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Wortgottesdienst Maria 2.0 am 11. Mai 2019

Wir lassen uns den Mund nicht verbieten

„Wir lassen uns den Mund nicht verbieten, wir wollen nicht länger still sein und schweigen! Wir stehen auf und rufen nach einer erneuerten, liebenden und geschwisterlichen Kirche.“ Die Aktion Maria 2.0 ist auch in Kierspe angekommen und mit den oben genannten Sätzen begrüßte Claudia Koll fast 40 Frauen und Männer zu einem Wortgottesdienst in der Kirche St. Josef. 

Junge, Alte, Frauen, Männer, katholische und evangelische Christen, alle waren gekommen

Die anwesenden Gläubigen waren eine bunte Mischung aller menschlichen Gruppen. Sie waren nicht nur jung, sie waren auch älter. Sie waren nicht nur weiblich, auch Männer waren da und sich waren nicht nur katholisch, auch evangelische Christen waren gekommen. Aber es waren auch Christen da, die sich schon von der Kirche abgewandt hatten, durch diese Aktion jedoch angesprochen fühlten und das Begehren von Maria 2.0 unterstützen wollten.

Ein offener Brief an Papst Franziskus

„Wir sind Frauen, die sich schon lange aufregen über weltfremde Regeln der Kirche, Ungleichbehandlung von Frauen sowie sexuellen Missbrauch von Kindern, Jugendlichen und auch Ordensfrauen“, nahmen sie Stellung in einem offenen Brief, den sie an Papst Franziskus schicken wollen. Mit diesem offenen Brief wollen sich die Frauen einsetzen für einen Weg, der es ihnen, ihren Kindern und Enkeln nicht nur erträglich macht, sondern sogar Freude bereitet, in dieser Kirche zu bleiben.

Es wurde ein bewegender Wortgottesdienst

Es wurde ein bewegender Wortgottesdienst. Aus dem Herzen sprachen die vorgetragenen Texte. „Wenn eine Frau den Jüngern als Apostelin vorausging, warum sollten Frauen dann zur Apostelnachfolge nicht auch gerufen sein?“, fragte Ulla Uhlmann als sie aus den Frauenfragen von Andreas Knapp aus der Zeitschrift Frau und Mutter der katholischen Frauen Deutschlands vorlas. „Wenn eine Frau das Wort geboren hat, warum sollten Frauen dann das Wort nicht von der Kanzel künden?“, setzte sie die Fragen an die Anwesenden aber auch an die Kirche fort.

Wir wollen nicht aufgeben, trotz Kritik und Abwehr

Sie wollen nicht aufgeben, die Frauen in der katholischen Kirche. Sie wollen, dass sich etwas verändert. „Das ist nicht immer einfach“, so Claudia Koll in ihren abschließenden Worten. „Wir erleben Kritik und Abwehr. Aber wir ziehen nicht in den Krieg, wir haben uns mit unserem Glauben und unserer Hoffnung auf den Weg gemacht.“ So hoffen die Christen nicht, dass der Gedanke von Schwester Philippa Rath von der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen eintreffen wird, die da sagte: „Ich bin überzeugt, dass die Frauenfrage schon sehr bald eine Frage von Sein oder Nichtsein für unsere Kirche werden wird.“

Mitzumachen, nicht aufzuhören, dazu luden die Frauen die Gemeinde ein

Mitzumachen, nicht aufzuhören, dazu luden die Akteurinnen der Kiersper Maria 2.0-Bewegung ein. Weitere Aktionen werden am Mittwoch, dem 22. Mai um 17 Uhr im Gemeindehaus am Glockenweg geplant und alle interessierten Christen sind dazu herzlich eingeladen.  

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Wortgottesdienst für Samstag, den 11. Mai um 18.30 Uhr geplant

Bei ihrem dritten Treffen beschlossen die Akteurinnen der Gruppe Maria 2.0 im Rahmen der Aktionswoche alle Frauen und Männer zu einem Wortgottesdienst einzuladen, der sich mit dem Thema Missbrauch, Gewalt und die Ausgrenzung von Frauen in der katholischen Kirche beschäftigen wird.

Zweites Treffen der Gruppe Maria 2.0

An die konkrete Planung ging es beim zweiten Treffen von Maria 2.0

An die konkrete Planung ihrer Aktivitäten ging es beim zweiten Treffen der katholischen Frauen der Initiative Maria 2.0. Vieles kam bei dem zweiten Treffen zur Sprache und auch zur Diskussion. Einig waren sich die Beteiligten zum Ende des Abends, dass sie ihr Anliegen der Gemeinde in einer Messe vorstellen und später einen Wortgottesdienst gestalten wollen. 

Ein Fernbleiben in Messen planen die Frauen nicht

Während die Münsteraner Frauen mit ihrem Fernbleiben in Messen und auch sonst zeigen wollen, wie sehr sie sich im Gemeindeleben einbringen und was fehlt, wenn sie nicht da sind, wollen die Kiersperinnen diesen Schritt nicht gehen. Weitere Aktionen in der Woche vom 11. bis zum 18. Mai hätten die Kiersper Frauen gerne gemacht, doch der von Münster vorgegebene Zeitrahmen, ist für die Kiersper Gemeinde zeitlich ungünstig. Kommunion und Firmung sind zwei wichtige Termine, die bereits seit langem fest stehen und die genau in diese Zeit fallen. Geplant ist jedoch weiter, am 12. Mai in der Kirche eine Petition auszulegen, die die Ziele von Maria 2.0 formuliert. 

Wir wollen uns über diese Aktion weiter als offene Gruppe treffen

„Ganz wichtig ist uns, dass wir auch über diesen Zeitraum hinaus zusammen bleiben und uns treffen“, erklärte Elisabeth Sikora das Anliegen der Frauen. So versteht sich die Kiersper Gruppe Maria 2.0 als eine offene Gruppe, zu der kommen kann, wer möchte.  

Mit ihrer Initative wollen die Frauen auch Bischof Dr. Overbeck unterstützen, der bereits eine Zeitenwende forderte

Mit ihrer Initiative wollen sie auch ihren Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck unterstützen, der bereits im Hirtenbrief Anfang des Jahres ebenfalls eine Zeitenwende forderte, auch was den Ausschluss der Frauen von den Ämtern betrifft.  

Das nächste Treffen ist am 30. April um 19 Uhr

Das nächste Treffen von Maria 2.0 ist am 30. April um 19 Uhr im Gemeindehaus im Glockenweg. Dann geht es in die konkrete Planung der Aktionswoche und des Wortgottesdienstes. 

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Maria 2.0

Was ist Maria 2.0? 

Maria 2.0 ist eine Initiative gegen Missbrauch, Gewalt und die Ausgrenzung von Frauen in der katholischen Kirche. Aus Protest gegen veraltete Strukturen und Forderung nach Veränderung in der katholischen Kirche haben Katholikinnen der hl. Kreuz-Gemeinde in Münster die Initiative „Maria 2.0“ gegründet. In der Woche vom 11. Mai - 18. Mai 2019 ist eine gemeindeübergreifende Aktionswoche geplant.  

Was möchten wir?

Wir möchten alle - Frauen und Männer - einladen, diese Aktionswoche auch in unseren Gemeinden mitzugestalten und sie mit eigenen Ideen zu bereichern. Dazu wird am Donnerstag, 10.04. um 19 Uhr im Gemeindehaus St. Josef ein weiteres Treffen für die Organisation der Aktionen stattfinden. Kontakt: Claudia Koll und Elisabeth Sikora Was geschah beim ersten Treffen?

Zu einer ersten Runde trafen sich 16 Frauen aus Kierspe, Meinerzhagen und Valbert im Gemeindehaus am Glockenweg. Nach Münster fahren wollen die Frauen nicht, da waren sie sich schnell einig. Doch vor Ort Aktionen durchführen, das wollen sie schon. Zuerst suchten sie in großer Runde nach Vorschlägen, was sich als etwas schwierig herausstellte. Darauf war Claudia Koll vorbereitet. 

Auf drei Plakaten konnten die Frauen ihre Ideen schreiben. 

Sie hatte auf drei großen Plakaten Fragen vorgegeben, die nun in Kleingruppen beantwortet werden sollten. „Wie können wir auf die Aktion aufmerksam machen?“, „Welche alternativen Veranstaltungen sind möglich?“ und „Wie wollen wir einen Wortgottesdienst veranstalten?“ waren die drei Themen, zu denen sich die Frauen äußern sollten. Schnell flossen ihre Ideen aufs Papier. So kam der Vorschlag, auf dem Rewe-Parkplatz einen Tisch aufzubauen und über das Anliegen zu informieren. Auch wurde angeregt, das Gemeindemitglied Anna Brandt, die derzeit Theologie studiert, einen Vortrag über das Frauenpriestertum halten zu lassen. Ferner wurde vorgeschlagen, dass die Akteurinnen in einer Messe über ihr Anliegen informieren oder einen Wortgottesdienst gestalten. Welche Vorschläge letztendlich realisiert werden, das soll in einem weiteren Treffen besprochen werden. „Wir wollen Solidarität mit den Münsteranern Frauen zeigen“, so Claudia Koll. „Ich möchte schon, dass wir Frauen rebellisch sind, doch wir wollen nichts kaputt machen oder jemanden verletzen. Die Kirche kann nicht so bleiben, wie sie ist.“

Die Frauen wollen Veränderungen in der Amtskirche 

Dass es den Frauen um Veränderungen in der Amtskirche geht, war aus ihren Argumenten herauszuhören. Auch wenn die Geistlichen vor Ort zu ihr zählen, empfanden die Anwesenden jedoch das Miteinander mit ihnen als positiv. „Ich brauche nicht unbedingt eine Revolution, ein paar Reformen würden mir reichen“, brachte es Kerstin Busch-Engelbrecht auf den Punkt. Mit ihrer Aktion im Mai wollen die Frauen auf sich aufmerksam machen. Viele kleine Nebenämter haben sie, nur die Hauptämter bleiben ihnen verwehrt. 

Das nächste Treffen ist am 10. April um 19 Uhr

Zu einer weiteren Gesprächsrunde treffen sich an dem Thema interessierte Frauen und auch Männer am 10. April um 19 Uhr im Gemeindehaus am Glockenweg. Dann soll es in die konkrete Planung der Aktionen gehen.

Kontakt

Gemeinde St. Josef Kierspe
Glockenweg 4
58566 Kierspe

Tel.: 0 23 59-27 33
Fax: 0 23 59-90 31 12

kierspe@immaculata.de

Öffnungszeiten Gemeindebüro:
Mittwoch09:30 - 11:00 Uhr
Freitag15:00 - 17:00 Uhr